Digitalisierung in der Fertigung: Chance und Risiko zugleich
Die fortschreitende Digitalisierung in der CNC-Fertigung bringt sowohl Chancen als auch neue Herausforderungen mit sich. Moderne Produktionsanlagen sind heute stärker vernetzt denn je – ein Umstand, der Effizienzgewinne ermöglicht, aber gleichzeitig neue Sicherheitsrisiken schafft. Als erfahrener Fertigungspartner mit 100-jähriger Erfahrung beobachtet die Schäfer Drehteile GmbH diese Entwicklungen aufmerksam.
Die Integration von IT und operativer Technologie (OT) in Produktionsumgebungen führt zu komplexeren Systemlandschaften, die systematische Sicherheitskonzepte erfordern3. Um dem Anspruch höchster Qualität gerecht zu werden, müssen moderne Fertigungsunternehmen nicht nur technische Exzellenz liefern, sondern auch die Sicherheit ihrer digitalen Infrastruktur gewährleisten.
Rechtliche Rahmenbedingungen schaffen neue Anforderungen
Mit dem Cyber Resilience Act (CRA) der EU entstehen ab dem 11. Dezember 2027 verbindliche Cybersicherheitsstandards für industrielle Produkte und eingebettete Systeme4. Diese Verordnung markiert einen Paradigmenwechsel: Cybersicherheit wird nicht mehr als nachgelagerte Maßnahme betrachtet, sondern muss bereits in der Produktentwicklung mitgedacht werden.
Parallel dazu transformiert die NIS2-Richtlinie Cybersicherheit zu einer Aufgabe der Unternehmensführung und erweitert die Haftung auf das Management5. Die neue EU-Maschinenverordnung integriert zusätzlich Cyber-Risiken in die Maschinensicherheitsanforderungen und fordert den Nachweis, dass vernetzte Maschinen gegen Cyber-Bedrohungen geschützt sind.
Für Fertigungsunternehmen bedeuten diese Regelungen eine fundamentale Veränderung der Compliance-Anforderungen. Die Herausforderung liegt darin, operative Leistung zu erhalten und gleichzeitig den neuen Sicherheitsstandards zu entsprechen.
Spezifische Bedrohungen in der CNC-Fertigung
Die Maschinenbauindustrie steht vor besonderen Herausforderungen bei der IT-Sicherheit1. CNC-Maschinen sind heute häufig mit Netzwerken verbunden, um Produktionsdaten zu übertragen, Wartungsarbeiten zu optimieren und Qualitätskontrollen durchzuführen. Diese Vernetzung schafft jedoch potenzielle Angriffsvektoren für Cyberkriminelle.
Besonders kritisch sind dabei die unterschiedlichen Systemlandschaften verschiedener Hersteller, die das Management von Sicherheitsupdates und Schwachstellen erschweren3. In produktiven Umgebungen können Sicherheitstests zudem nur begrenzt durchgeführt werden, da Produktionsausfälle vermieden werden müssen.
Die Komplexität steigt zusätzlich durch die Notwendigkeit, sichere Kommunikationsschnittstellen und Update-Mechanismen zu implementieren, ohne die operative Performance zu beeinträchtigen. Für Q1-Lieferanten wie Schäfer Drehteile ist es daher essentiell, proaktive Sicherheitsmaßnahmen zu etablieren, die sowohl den regulatorischen Anforderungen entsprechen als auch die Produktionszuverlässigkeit gewährleisten.
Systematische Ansätze zur Sicherheitsbewertung
Eine effektive IT-Sicherheitsstrategie in der CNC-Fertigung beginnt mit einer systematischen Bestandsaufnahme aller Assets und einer risikobasierten Bewertung von Schwachstellen3. Dies umfasst nicht nur die eigentlichen Produktionsmaschinen, sondern auch alle angeschlossenen Systeme, Sensoren und Kommunikationsschnittstellen.
Zentrale Elemente eines robusten Sicherheitskonzepts sind:
- Regelmäßige Penetrationstests unter produktionsnahen Bedingungen
- Verbesserte Netzwerksegmentierung zwischen IT- und OT-Bereichen
- Kontinuierliches Monitoring zur Erkennung von Anomalien
- Einhaltung etablierter Standards wie der IEC 62443
Für Fertigungsunternehmen ist es entscheidend, dass diese Maßnahmen nicht isoliert betrachtet werden, sondern als integraler Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems. Qualität sichert die Zukunft – und dies gilt heute mehr denn je auch für die digitale Sicherheit in der Produktion.
Praktische Umsetzung für mittelständische Fertigungsbetriebe
Die Implementierung umfassender IT-Sicherheitsmaßnahmen stellt besonders mittelständische Fertigungsbetriebe vor Herausforderungen. Dabei geht es nicht nur um technische Aspekte, sondern auch um die Integration von Cybersicherheit in bestehende Geschäftsprozesse5.
Ein pragmatischer Ansatz beginnt mit der Bewertung bestehender Sicherheitsmaßnahmen und der Identifikation kritischer Schwachstellen. Anschließend sollten Unternehmen stufenweise Schutzmaßnahmen implementieren, die sowohl den regulatorischen Anforderungen entsprechen als auch praktikabel in der täglichen Produktion sind.
Besonders wichtig ist dabei die Schulung der Mitarbeiter, da menschliche Faktoren oft die größten Sicherheitsrisiken darstellen. Ein gut ausgebildetes Team kann potenzielle Bedrohungen früh erkennen und angemessen reagieren. Die 100-jährige Erfahrung zeigt: Nachhaltiger Erfolg entsteht nur durch die Kombination von technischer Kompetenz und qualifizierten Fachkräften.
Zukunftsperspektiven und Empfehlungen
Die IT-Sicherheit in der CNC-Fertigung wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Unternehmen, die frühzeitig in robuste Sicherheitskonzepte investieren, sichern sich nicht nur Compliance-Vorteile, sondern auch Wettbewerbsvorsprünge durch erhöhte Vertrauenswürdigkeit bei Kunden und Partnern.
Für Einkaufsleiter bedeutet dies, dass die Bewertung von Fertigungspartnern zunehmend auch deren IT-Sicherheitsstandards umfassen sollte. Die einwandfreie Ausführung in Qualität und Lieferzeit erfordert heute auch die Gewährleistung digitaler Sicherheit entlang der gesamten Lieferkette.
Erfolgreiche Unternehmen werden diejenigen sein, die IT-Sicherheit nicht als Kostenfaktor betrachten, sondern als strategischen Baustein für nachhaltige Qualität und Zuverlässigkeit. In einer zunehmend vernetzten Produktionswelt ist Cybersicherheit ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung geworden.
Häufig gestellte Fragen
Welche konkreten IT-Sicherheitsrisiken bestehen in CNC-Fertigungsumgebungen?
CNC-Maschinen sind heute oft vernetzt und können daher Ziel von Cyberangriffen werden. Risiken umfassen unbefugten Zugriff auf Produktionsdaten, Manipulation von Fertigungsprogrammen, Produktionsausfälle durch Malware und Datendiebstahl. Besonders kritisch sind schlecht gesicherte Fernwartungszugänge und veraltete Betriebssysteme auf Steuerungsrechnern.
Wie wirkt sich der Cyber Resilience Act auf Fertigungsunternehmen aus?
Ab Dezember 2027 müssen Hersteller von vernetzten Produkten verbindliche Cybersicherheitsstandards einhalten. Dies umfasst die Integration von Sicherheitsmaßnahmen bereits in der Entwicklungsphase, regelmäßige Sicherheitsupdates und den Nachweis, dass Produkte frei von bekannten Schwachstellen sind. Nicht-konforme Produkte dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.
Welche praktischen Schritte sollten Fertigungsunternehmen zur Verbesserung ihrer IT-Sicherheit unternehmen?
Zunächst sollte eine systematische Bestandsaufnahme aller vernetzten Systeme erfolgen. Anschließend sind regelmäßige Sicherheitsupdates, die Segmentierung von Produktions- und Büronetzwerken, Zugriffskontrollen und Mitarbeiterschulungen wichtig. Zusätzlich empfehlen sich kontinuierliche Überwachung und die Entwicklung von Notfallplänen für Cybervorfall.
Wie können mittelständische Fertigungsbetriebe IT-Sicherheit wirtschaftlich umsetzen?
Mittelständische Unternehmen sollten risikobasiert vorgehen und zunächst kritische Systeme absichern. Externe Dienstleister können spezialisierte Sicherheitslösungen kostengünstiger bereitstellen als eigene IT-Abteilungen. Wichtig ist auch die Nutzung von Standardlösungen und etablierten Sicherheitsframeworks wie der IEC 62443 statt individueller Entwicklungen.
Wie beeinflusst IT-Sicherheit die Lieferantenauswahl in der Fertigungsindustrie?
IT-Sicherheitsstandards werden zunehmend zu einem wichtigen Auswahlkriterium für Fertigungspartner. Unternehmen mit robusten Cybersicherheitsmaßnahmen bieten größere Versorgungssicherheit und geringere Risiken für Lieferketten. Zertifizierungen nach anerkannten Standards und dokumentierte Sicherheitsprozesse werden zu Wettbewerbsvorteilen in der Auftragsvergabe.
Vertrauen Sie auf bewährte Sicherheit und Qualität
Als Q1-Lieferant der Deutschen Bahn AG verfügt Schäfer Drehteile über die notwendige Expertise und Erfahrung, um auch in Zeiten erhöhter Cybersecurity-Anforderungen zuverlässige Fertigungslösungen zu liefern. Unsere über fünfzigjährige Erfahrung in der Präzisionsfertigung kombinieren wir heute mit modernsten Sicherheitsstandards.
Sie benötigen einen vertrauenswürdigen Fertigungspartner, der sowohl höchste Qualitätsansprüche als auch IT-Sicherheitsanforderungen erfüllt? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch über Ihre Anforderungen an sichere und zuverlässige CNC-Fertigung.
Quellen
- Maschinenbau – Trends und Entwicklungen
- CNC Industrie 4.0 2026: Wie sicher sind Datenketten?
- IT-Sicherheit in der Fertigung: Produktionsanlagen systematisch auf Schwachstellen prüfen
- Cyber Resilience Act: Was bedeutet das konkret für Maschinenbauer?
- CRA, NIS2 und EU-Maschinenverordnung: Cybersecurity im Umbruch

